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Bewegende Momente im Leben müssen festgehalten werden                   

Das bin ich!
Eine Reise durch meine Zeit


 

Den besten Winkel finden, den schönsten Moment einfangen und das richtige Gespür beim Schneiden und Vertonen, das ist meine Lei­den­schaft. Die kreativen Möglichkeiten und immer wieder etwas neu zu entdecken, finde ich faszinierend. Mit dieser Leidenschaft und Faszination bin ich seit mehr als 20 Jahren als Filmemacher unterwegs und sammle mit jedem Filmprojekt neue Erfahrungen. 

Mein Name ist Carlo Roth.

Zu meinen Spezialgebieten zählen unter anderem Hochzeits-, Fa­mi­lien­- sowie Eventfilmaufnahmen.
Ebenso finde ich es spannend aus vorhandenem Filmmaterial etwas tolles zu machen.


Meine Leidenschaft zum Filmen habe ich wohl schon sehr viel früher entdeckt, als mir bewusst ist. 

Der Ursprung dieser Leidenschaft liegt wohl in meiner Kindheit: Ein Traum vom Filmen.

Aber das ist eine sehr lange Geschichte. Wenn Du magst, erzähle ich sie Dir und nehme Dich mit, auf eine Reise durch meine Zeit.

Unter meinem Bild geht es los.



 
Carlo Roth


 

Eine Reise durch meine Zeit


 

Wie ich das Filmen für mich entdeckt habe, vor welchen Herausforderungen ich stand und meine Leidenschaft zur Musik:

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da war die Welt noch ziemlich analog. Handys gab es noch nicht und Computer wurden noch mit K, J und D geschrieben, zumindest auf dem Land (Kombjuder). Man hatte eben keinen, auch kein Internet. 

Eines Tages kam dieser Commodore 64 als erster Heimcomputer in manche Wohnzimmer. Aber damit hatte ich lange nichts zu tun. Außer, dass ich meinen besten Kumpel an dieses Gerät verloren habe. Er hat es leider lieber vorgezogen an diesem Ding zu sitzen, als mit mir mit dem Fahrrad neue Abenteuer, draußen auf der Straße und in der Natur, bei uns auf dem Land zu erleben. Vielleicht hatte ich deswegen eine lange Zeit eine Abneigung gegen diese Geräte. 

Natürlich habe ich mich auch mal dazu gesetzt und wir haben Spiele gespielt. Leider waren die Spiele damals noch sehr primitive und aus meiner Sicht langweilig. Das war nichts für mich. Da machte ein echter Flipperautomat mehr Action, nur musste man in den leider immer Münzen einwerfen.

Überhaupt war alles analoger. Das Telefon hatte eine Wählscheibe und hing an einer Schnur (Kabel) und das Fernsehgerät hatte nur 3 Programme: ARD, ZDF und das Dritte.

Bei uns war das Dritte der Hessische Rundfunk. Aber immerhin war das Bild am Fernsehgerät schon in Farbe. Und wenn man das Programm umschalten wollte oder laut und leise drehen, musste man noch aufstehen und zum Fernsehgerät hingehen, um die Schalter und Regler zu bedienen, von denen es auch nicht viele gab. Eine Fernbedienung hatten wir nicht. Und das war gut so. Anders kannten wir das nicht. 

Es war für mich einfach toll einen Fernseher zu haben. Und so fand ich irgendwann als Kind die Leidenschaft zum Fernsehgucken, auch wenn das noch nicht rund um die Uhr möglich war. 

Aber eben weil es nicht rund um die Uhr möglich war und es immer und ständig etwas tolles cooles im TV-Programm gab, hatte man noch eine gewisse Wertschätzung für etwas Besonderes, für das Highlight des Fernsehschauens. Und die tollen interessanten Sendungen gab es eben nicht jeden Tag und nicht rund um die Uhr oder ständig irgendwo abrufbar. Da hat man sich tagelang auf die nächste Sendung oder die nächsten Folge gefreut und in der Zwischenzeit ging man raus auf die Straße zum Spielen.

Zu einer der damals beliebten Fernsehsendungen für Kinder, gehörte für mich die Sendung: 1, 2 oder 3 mit Michael Schanze, Samstagnachmittag im ZDF. Und da gab es das Kamerakind. Das machte das Fernsehbild mit dem grünen Rahmen. Das fand ich cool. Das hat mich fasziniert. Das hat mich irgendwann viel mehr interessiert, als das Ratespiel "ob Ihr richtig steht, seht Ihr wenn das Licht angeht". 

So toll die Sendung auch war, ich habe immer wieder darauf gewartet, das Bild mit dem grünen Rahmen zu sehen. Was macht das Kind an der Kamera? Nur leider wurde das nicht so oft gezeigt. Gerne wäre ich auch einmal das Kamerakind gewesen. Aber wie? Auf dem Land ist die Welt so klein und ein Traum bleibt oft ein Traum. Alles ist so weit, weit weg. Aber ich liebe meine Heimat.

Eines Tages hat mir ein alter Mann, aus der Nachbarschaft seinen alten Fotoapparat geschenkt. Ich mochte diesen alten Mann sehr, denn er war für mich wie ein Opa, den ich nie hatte. Und anscheinend mochte er mich auch, sonst hätte er mir seinen alten Fotoapparat nicht geschenkt. Die Kamera war nichts besonderes. Da konnte man auch nichts einstellen und drehen oder regeln, bis auf einen Schalter „Nah“ und „Fern“. Und wenn man einen sogenannten „Film zum Einlegen“ hatte, konnte man damit auch Bilder machen, ganz ohne Strom und ganz ohne Speicherkarte. Und die Bilder konnte man erst sehen, wenn ein Fotograf diesen "eingelegten Film" nach einigen Tagen entwickelt hatte. Und man war sparsam mit dem Fotografieren, denn viele Bilder konnte man nicht machen. Und ein "Film zum Einlegen" musste auch erstmal gekauft werden. Wie gesagt: Es war noch alles ziemlich analog.

Ich hatte viel Spaß mit meinem Fotoapparat. Ich bin damit herum gerannt und habe so getan als sei das meine Filmkamera und habe alles mögliche gefilmt, wie Kinder halt so spielen. Ich hatte jedoch noch lange nicht daran gedacht, dass ich irgendwann wirklich einmal eine eigene Filmkamera haben werde und Filme produzieren würde. Wie gesagt: Auf dem Land ist die Welt so klein und ein Traum bleibt oft ein Traum und alles ist so weit, weit weg.


Meine Leidenschaft zur Musik:

Die Zeit verging und ich bin herangewachsen. Aus dem Bub wurde irgendwann ein junger Mann. In der Zwischenzeit habe ich fleißig Fernsehgucken studiert, habe auch das Kino entdeckt und die Leidenschaft zur Musik gefunden. NEIN - ich bin kein Musiker und kein Sänger geworden und ich kann auch kein Instrument spielen. Ich kann auch mit den Noten nichts wirklich anfangen. Das überlasse ich denen die das können. Aber Musik hören, aufnehmen, abspielen, auflegen, experimentieren, mixen, tanzen und Musik fühlen, hat mich fasziniert und tut es auch immer noch. Musik kann so vielfältig sein. Da ist für jeden etwas dabei. Und immer und überall muss ich Musik um mich haben.

 

Warum ich das erzähle und was das mit Filmemachen zu tun hat?

Habe noch etwas Geduld, dann wirst Du mich verstehen.

Das mit der Musik hat für mich so richtig mit den 80gern angefangen. Mit dem ersten Radio-Kassetten-Recorder, den es zu Hause gab. Damit wurde fleißig auf Musikkassetten aufgenommen. Wie gesagt: Es war noch alles ziemlich analog. Und Internet und MP3 gab es noch lange nicht.

Vor allem aber gab es die ZDF Hitparade mit Dieter Thomas Heck: Einmal die Woche, jeden Donnerstag und immer die neusten Hits im Fernsehen. Weil aber das alte Fernsehgerät noch keine Anschlussbuchse für Audiogeräte hatte, wurde ein Mikrofon gefunden und vor den Lautsprecher des Fernsehers gestellt und aufgenommen… improvisieren halt. Da musste man muxmäuschenstill sein, um die Aufnahmen nicht zu gefährden. 

Und dann ist es doch passiert. Mitten in der Aufnahme ging die Wohnzimmertür auf und es kam die Aufforderung zum „Abendessen!“…. und die Aufnahme war dahin. Also was tun? Klar - eine Woche warten bis zum nächsten Versuch in der nächsten Sendung und hoffentlich war der Interpret mit seinem Hit noch dabei. 

Die Kunst des Aufnehmens änderte sich zum Glück mit dem Einzug des neuen Fernsehgerätes und meinem eigenen Stereo-Kassetten-Radio-Recorder. Beide Geräte hatten nun den Fünf-Pol-Dioden-Stereo-Audio-Anschluss. Da konnte nur noch der Moderator reinquatschen. Und der neue Fernseher hatte dann auch ein Fernbedienung.

 

Mit der Zeit wurde natürlich auch die eine oder andere Hitparade im Radio wöchentlich verfolgt, (hauptsächlich beim HR3 und was man noch am besten empfangen konnte, auch der SWR und BR wurden beachtet) und immer wurden die neusten Hits aufgenommen. Und wehe der Moderator hat am Ende rein gequatscht.

 

Naja, wie sonst sollte man an die tolle neue Musik kommen, an die Hits der 80er. Es waren eben die analogen Zeiten auf dem Land. Es gab noch immer kein Internet, kein MP3 und leider auch kein Musikladen direkt um die Ecke, den man zu Fuß erreichen konnte. Auch die Busverbindungen waren nicht wirklich verbunden. Und einfach mal weg kam man da auf dem Land sowieso nicht.

Wie gesagt: Auf dem Land ist die Welt so klein und ein Traum bleibt oft ein Traum und alles ist so weit, weit weg.


Mein erstes selbstverdientes Geld:

Es kamen die 90er. Mittlerweile hatte ich meine Lehre begonnen, dann den Führerschein gemacht, endlich mein erstes eigene Auto und mein erstes verdientes Geld. Und mit diesem Geld habe ich damit begonnen meine eigene Musikanlage Stück für Stück zusammen zu kaufen. Als erstes kaufte ich mir das kleine Audiomischpult, das ich schon eine ganze Weile im Schaufenster angehimmelt hatte. Mein Mixer. 

 

Dann folgten Plattenspieler, Verstärker und Lautsprecher und Kassettendeck und auch irgendwann CD-Player. Die meisten Schallplatten habe auf Flohmärkten günstig bekommen. Das wurde auch zu einem Art Hobby in den 90gern, an den Wochenenden die Flohmärkte zu besuchen. Immer schön an der frischen Luft.

Aber bleiben wir bei Musik. Nicht zu vergessen: Auch die kleine kompakte HiFi-Anlage der Familie, die einst im Laufe der End-80ger Einzug ins Wohnzimmer gefunden hatte, mit dem super Doppelkassettendeck, war noch immer ganz besonders wichtig. Hier konnte man nicht nur vom Radio aufnehmen, sondern auch millimetergenau auf die Sekunde die Aufnahmen starten und stoppen. Damit habe ich versucht, nach Gehör die Musik punktgenau zusammen zu setzen - von einer Kassette zur anderen. So wurde aus dem einen oder anderen Song meine eigene Maxiversion gebastelt - auf Kassette natürlich. 

Einer Bekannten habe ich sogar einmal den Song Poison von Alice Cooper auf eine ganze Kassettenseite gemixt. Der Song war so cool und absolut angesagt. Ich fand das genial. OK - eine ganze Seite (30 oder 45 Minuten) mit einem einzigen Mega-Monster-Song- das war dann doch etwas übertrieben und ich glaube sie hat mich danach nicht mehr so gemocht. Aber ich war trotzdem stolz auf mein Ergebnis. Schließlich hatte ich Stunden daran gearbeitet. Und so war immer noch alles sehr analog um mich herum.

Mein digitales Zeitalter rückt näher:

Die Zeit verging und mit ihr auch mancher Lebensabschnitt. So langsam wurde die Welt um mich spürbar digitaler. Es gab CDs, Telefone ohne Schnur, die ersten Handys kamen dazu und im Job wurden auch vermehrt Computer eingesetzt, die sich auch immer mehr in privaten Haushalten verbreiteten. Aber ich war von den Computern zu Hause noch eine kurze Weile entfernt. Natürlich habe ich im Job damit gelernt umzugehen, zumindest soweit nötig. Aber meinen eigenen Computer bekam ich erst viel später.

Das mit der Musik und dem Musikauflegen hat mich immer weiter fasziniert. Mein Equipment ist stetig gewachsen. Mittlerweile hatte ich sogar meine eigene mobile DJ-Anlage und war gerne als Party-DJ unterwegs. Erst war mit einem Kumpel zusammen on Tour. Er hatte die heiß begehrten DJ-Plattenspieler und war gut im Mixen mit seiner Plattensammlung, während ich ein Doppel-DJ-CD-Laufwerk hatte und für buntes Blinklicht und Spiegelkugel sorgte. Und auch mit den Musiksammlungen haben wir uns gut ergänzt. Aber dann kamen mehrere Anfragen gleichzeitig und jeder machte sein Ding. Wie man so schön sagt: "Wir waren jung und brauchten das Geld." Und dann habe ich irgendwann auch noch geheiratet.

Ja habe ich. Warum ich das jetzt erzähle? Ganz wichtig! Weil dieses Ereignis, also meine Hochzeit gefilmt wurde, mit einer Hi8 Videokamera. Die Aufnahmen von endlosen Stunden landeten am Ende auf einer VHS-Videokassette. Überhaupt war der VHS-Videorecorder nicht mehr weg zu denken. Da konnte man alles was im Fernsehen lief einfach aufnehmen und irgendwann wieder anschauen. So kamen auch die Aufnahmen der Hi8 Kamera mit meiner Hochzeit, relativ unbearbeitet und daher mit endlosen Stunden, auf eine VHS-Videokassette.

Meine erste eigene Video-Kamera:

Das war wohl der auslösende Moment. Plötzlich war er wieder da, dieser Wunsch. Ich hatte ihn total verdrängt. Doch nun kam wieder dieses Verlangen. Mit meinem eigenen Hochzeitsvideo wurde er wieder geweckt: Der fast schon vergessene und verlorene Wunsch, nach einer eigenen Videokamera.

Es war all die Jahre so undenkbar jemals eine eigene Videokamera zu haben und zu besitzen. Also hatte ich diesen Wunsch einfach ins Abseits verdrängt. Aber nun sah das Unmögliche gar nicht mehr so unmöglich aus und es drehten sich alle Gedanken fortan nur noch um eine eigene Videokamera. Die Faszination war wiedererweckt und zum Greifen nah. Und als ich ein Werbeprospekt eines der damals bekannten Elektronikmärkte im Briefkasten fand, eilte ich sofort los und kaufte mir endlich meine eigene erste Videokamera, einen Camcorder. Man sagte mir so nebenbei, den Camcorder könne man sogar an einen Computer anschließen und dann das digitale Videomaterial vom miniDV-Kassettenband in den Computer übertragen und bearbeiten. Na gut - ich hatte aber noch immer keinen eigenen Computer! Aber dafür hatte ich endlich meine eigene Videokamera – einen digitalen Camcorder mit miniDV-Kassetten.

 

Meine ersten Herausforderungen beim Filmen:

Nach dem ich die wichtigsten Funktionen meiner eigenen Videokamera herausgefunden hatte, wurde es für mich wichtig, diese richtig einzusetzen. Also beim Filmen darauf achten, wann ich die Aufnahme beginne, wie ich schwenke und wann ich die Aufnahme dieser Szene stoppe. Dank meiner Leidenschaft des Fernsehguckens, in den vergangenen Jahren, also dem intensiven Fernsehguckens und Analysieren von Filmen, Dokumentationen, Fernsehshows und sonstigen Szenen im Selbststudium, habe ich für mich ein gewisses Gespür entwickelt. Manch einer könnte es auch nur eine Gewohnheit nennen. Ich spreche aber von einem Gespür im Sinne von Fühlen. Ein Fühlen, was ich empfinde, wenn ich mir eine Szene anschaue. Gefällt mir das was ich sehe? Oder wie ich es sehe? Wie fühlt es sich an wenn Bild und Ton zusammen kommen? Passen die beiden zusammen? Ist es ein angenehmes Gefühl, wenn man sich Bild und Ton anschaut und anhört oder stört mich etwas? Ist es zu laut, zu leise oder was würde ich anders machen, damit die Szene mir besser gefällt und sie sich dann gut oder zumindest zufrieden anfühlt? Es geht um ein Gefühl oder Gespür für ein perfektes Zusammenspiel. Die Perfektion. Sicher hat dies auch mit Sehgewohnheiten zu tun. Ist mir etwas fremd, also ungewöhnlich, bin vielleicht nicht empfänglich dafür und lehne es ab. Nur viele Zuschauer achten nicht auf bestimmte Details. Es ist ihnen nicht wichtig. Aber mir ist es wichtig.

Ich habe immer ein gewisses Streben nach Perfektion, für Dinge die mir wichtig sind. So ist es auch beim Filmen. Auch wenn es nie perfekt sein wird, weil es nie die perfekten Bedingungen geben wird, versuche ich doch zumindest das Bestes aus den Möglichkeiten die sich mir ergeben heraus zu holen, um soweit wie möglich an die Perfektion heran zu kommen.

So kam nun die Herausforderung und die Herangehensweise:
Ich hatte eben nur diese eine Kamera, also keine zweite und auch keine Möglichkeit die Aufnahmen nachträglich zu schneiden oder anders zu bearbeiten, wie die das im Fernsehen oder beim Film so machen können. Ich hatte ja noch keinen Computer oder geschweige denn einen analogen Schnittplatz. Was ich aber hatte, war meine Kamera und noch ein passendes Stativ, welches ich mir besorgt hatte. Das kompakte Stativ ermöglichte mir die Kamera möglichst ruhig zu halten oder zumindest viel ruhigere Aufnahmen zu machen, als ohne Stativ. Das kompakte Stativ wurde zu meinem wichtigen Begleiter beim Filmen.

Das ich das Bildmaterial nicht nachträglich bearbeiten konnte, war mir also bewusst und ich hatte ein Ziel: Jede Aufnahme und jeder Schwenk musste gut überlegt sein und irgendwie sitzen. Es sollte perfekt sein. Was auch immer das bedeuten sollte. Und ich wusste auch meistens nicht, welche Szene als nächstes kommen würde. Trotzdem sollten alle Szenen nacheinander einen Film ergeben. Also schauen wir mal, wann ein Schwenk beginnt, wie lange geschwenkt wird und wann und wie dieser Schwenk, idealerweise geschmeidig beginnt und enden sollte.

Auf diese Weise entstand, nach vielen anderen Versuchen, mein erstes Urlaubsvideo. Alles was erkundet wurde bei der Inselrundfahrt mit dem Leihwagen, etwa die Besichtigung eines Kaktusgartens oder mehrere Kaktusgärten, einer Tropfsteinhöhle, das Hotel und Hotelzimmer, die Poolanlage und vieles mehr wurden so in bewegten Bildern festgehalten. Es wurde fast schon wie ein visueller Reiseführer für diese Tour. Um die Tour über die Insel als Zuschauer besser verfolgen zu können, wurde für jede einzelne Strecke eine Karte ausgefaltet, oft auf der Motorhaube des Leihwagens und mit dem Finger die zu fahrende oder gefahrene Route nachgefahren und auch in Worten erläutert: "Wir sind gerade hier und fahren nun die Küste entlang...".

 
Wieder zu Hause, musste der Urlaub natürlich der Familie und Freunden gezeigt werden. Aber einfach so wie die Szenen waren? Nein. Natürlich nicht. Die gefilmten Szenen waren zwar schon recht gut zusammengereiht und ich konnte auch zu Beginn oder am Ende der einen oder anderen Szene, über die Kamera beim Filmen ein- und ausblenden. Also immer dann wenn ich der Meinung war, dass bestimmte Szenen aufeinander folgen sollten, im harten Schnitt, sollten diese zu einer Szene zusammenrücken. Das Aus- und wieder Einblenden, die Schwarzblende, war für das unbekannte Neue, das da kommen mag. Beispiel Kaktusgarten: Zu Beginn aus Schwarz einblenden. Mehrere Aufnahmen im Kaktusgarten, auch mit Schwenks durch Rec. und Pause aneinander aufgenommen und zum Schluss wieder ins Schwarz blenden. Nun hatte ich zwar alles im Kasten bzw. auf Band. Aber immer noch war der Film als Rohfassung nicht gut anzuschauen.

Am Bildmaterial konnte ich ja keine Änderungen mehr vornehmen. Aber am Ton musste sich unbedingt etwas ändern. Etwa den Pegel anpassen. Da war es in manchen Szenen viel zu laut. Nicht, dass der Zuschauer sich noch erschreckt. Und dann fehlte aber noch etwas ganz wichtiges, damit der Film anschaulich wird und sich gut anfühlt: Na klar - Musik. Aber wie kommt die Musik in den Film und wie regele ich den Ton, ohne Schnittplatz oder Computer?

Not macht erfinderisch. An dieser Stelle kam meine DJ-Ausrüstung ins Spiel und meine Leidenschaft zur Musik. Was könnte besser zusammen passen, als Bilder und Musik künstlerisch vereint für gute Stimmung.

Aber erst die Analyse: Als Vorbereitung mussten noch die Videoaufnahmen von dem Urlaub auf der Insel, über die miniDV-Kassette auf der Kamera, nach Szenen und Szenenlänge analysiert werden. Dann wurde zu den Szenen passende Musik zu recht gelegt. An welcher Minute und Sekunde kommt welche Musik? Wann muss der Ton wie ausgesteuert werden? Wann ist der Geräuschpegel ganz extrem und wann muss mehr original Ton zu hören sein? Schön nebeneinander die CDs und Schallplatten auf dem Fußboden ausgebreitet, griffbereit und sortiert. Die Reihenfolge der Titel auf die Zeit sekundengenau aufnotiert. Am besten geeignet war Musik die zu diesem Zeitpunkt aktuell war, um sich besser an diese Zeiten zurück zu erinnern, wenn man den Film später einmal wieder anschauen würde und natürlich zeitlose Musik. Damit war die Regieanweisung für das Überarbeiten und Übertragen des Films geschrieben.

Meine Ausrüstung:
4 CD-Player, 2 Plattenspieler, ein Mikrofon und der VHS-Videorecorder wurden über das Audiomischpult zusammengestöpselt. Der Camcorder wurde für die Bildübertragung mit dem gelben Chinch Anschluss direkt mit dem VHS-Videorecorder verbunden.

Produktion/Aufnahme:
Und dann ging es los: Die Videoübertragung von dem Camcorder auf die VHS-Kassette, mit manueller Musikvertonung und Tonaussteuerung über das Audio-Mischpult konnte beginnen. Alles musste nach Plan exakt auf die Sekunde stimmen. Wenn es sein musste, erfolgte das in mehreren Durchgängen und Versuchen, bis es endlich am Stück passte und möglichst perfekt war. Das kann dann schon mal sehr Zeitaufwendig werden, zumindest wenn man nach Perfektion strebt. 

Aber irgendwann war es geschafft und fertig war der Urlaubsfilm auf VHS-Kassette und ich war am Ende stolz auf das Ergebnis. Nun konnte der Urlaub als Video am heimischen Fernsehgerät zuhause und bei Freuden präsentiert werden.

Die Aufnahmen auf den miniDV-Kassetten der Videokamera, waren zwar schon irgendwie digital, doch ohne Computer blieb für mich das Filmen noch einige Zeit sehr analog und im privaten Umfeld. Es folgten weitere Urlaubsvideos und auch das erste Hochzeitsvideo für Freunde. Es wurde gefilmt was vor die Linse kam, wenn die Gelegenheit dazu günstig war.

Mein digitales Zeitalter:

Mit der Jahrtausendwende, dem Millennium, wurde ich nun endlich Besitzer meines ersten eigenen Personal Computers. Ich weiß, viele hatten bereits so etwas schon zu Hause und ich war für mein Alter spät dran. Wirklich viel konnte ich damit aber auch noch nicht anfangen, aber gut wenn man mit der Zeit geht. Ich lernte nebenbei von Kollegen in meinem Job einiges mehr was den Umgang mit dem Computer betrifft und auch wie man einfach eine Steckkarte zur Erweiterung ins Gehäuse stecken kann, etwa den Einbau einer Netzwerkkarte für den schnellen DSL Anschluss. Ebenso lernte ich, dass es mittlerweile Wave und MP3 Formate gab und dass man seine Musik CDs damit auf eine Festplatte speichern kann, wovon ich ja schon einige hatte. Oder dass man sogar einzelne Musikstücke im Internet kaufen konnte und konnte sich selbst eine Audio-CD nach eigenen Wünschen mit seiner Musiksammlung zusammenstellen und brennen. 

Was mich aber auch noch besonders begeisterte, war eine kostenlose Software, die bei dem PC dabei war, mit der man versuchen konnte, eigene Musik zu machen. Eine Freeware bzw. eine Demo-Version zum Musik machen. Damit konnte ich mich stundenlang beschäftigen und alles an Sounds durchprobieren und arrangieren, um eigene Sounds zu produzieren. Da saß ich teilweise Stunden und halbe Nächte davor. Man merkte gar nicht wie die Zeit verging. Aber leider konnte ich die Musikprojekte nicht speichern, um irgendwann weiter daran zu experimentieren. Es war eben nur eine Demo-Version. Und extra für so ne Software Geld ausgeben, für ein paar Spielereien wollte ich auch nicht. Aber ich habe mir jedes mal eine Wave Datei erzeugt von dem jeweiligen Ergebnis. Mir gefallen die digitale Töne die ich erstellt habe, aber mit dieser Meinung bleibe ich wohl relativ alleine. Sowas muss man wohl mögen. Vielleicht mag das jemand der die Sounds von Kraftwerk liebt, um mich zu verstehen.


Kurz nach der Jahrtausendwende, endete für mich ein weiterer Lebensabschnitt und mit diesem habe ich mich nicht nur in der Ehe getrennt, sondern auch von meiner ersten Videokamera verabschiedet. Manchmal muss man eben einen klaren Schnitt machen. Die nächste Videokamera sollte eine kleinere Bauweise haben, damit das Gepäck nicht mehr so sperrig ist, wenn man mal in Urlaub fahren möchte oder besser, dass die Kamera gleich direkt mit in den Koffer passt. So habe ich mir das zumindest vorgenommen. Mit dem Ende und Beginn von Lebensabschnitten, hatte ich oft Umzüge und was man dann so alles benötigt. Leider blieb dann für das Luxus-Budget mal schnell nichts mehr übrig. Schließlich musste man sehen wo man bleibt. Überaschenderweise musste ich aber doch gar nicht so lange darauf warten, dass es zufällig eine günstige Gelegenheiten geben würde, die man dann erkennen und ergreifen muss, um an sein Ziel zu kommen.


Meine neue Kamera:

Wie gesagt, mir fehlte das Luxus-Budget für eine neue Kamera und für vieles Andere. Darum hatte ich diesen Wunsch gedanklich weit weit weg geschoben. Aber aufgrund meines persönlichen Einsatzes in meinem Job, wurde ich für meine Arbeit besonders belohnt und kam so über einen Prämienkatalog zu Gutscheinen für einen bekannten Elektronikmarkt. Dort habe ich mich umgeschaut, was es an Camcordern gab, wurde fündig und konnte mich am Ende blöderweise zwischen zwei Camcorder-Modellen nicht endscheiden. Eine ganze Woche grübeln habe ich gebraucht um erneut den Elektronikmarkt aufzusuchen. Und es wurde nicht einfacher. Jetzt standen da plötzlich auch noch zusätzlich neuere Modelle. Aber dadurch wurde eine meiner beiden Favoriten günstiger. So habe ich ab gewägt, was mir an Funktionen besonders wichtig war und mich letztendlich für die vergünstigte Sony DCR-PC 100 entschieden. Die hatte eine schöne kompakte Hochkant Bauweise. Dadurch entsprach sie einer kleineren Bauweise, so wie ich es mir gewünscht habe. Und mit diesem Camcorder konnte man sogar zusätzlich digitale Fotos machen, die auf einem Memory-Stick gespeichert wurden. Das fand ich praktisch. Gleich zwei Kameras in einer.

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine wirkliche Ahnung von Videokameras und Qualität und so. Ich hatte auch keine Beratung beim Kauf. Und es war auch noch nicht so, dass man alles im Internet recherchiert hat. Erst Jahre später wurde mir bewusst, welches Top-Model im Consumer-Bereich ich gekauft hatte. Und weil ich mittlerweile auch einen eigenen Computer hatte, musste unbedingt eine Möglichkeit geschaffen werden, die Kamera an den Computer zu stöpseln, um das Filmmaterial digital zu bearbeiten. Man verkaufte mir zu der Sony Kamera noch eine Firewire Steckkarte für meinen PC, um die Kamera anschließen zu können, für die Datenübertragung. Gut, dass ich mich mit Stecken von Karten in einen Rechner schon beschäftigt habe, zur Selbstmontage. Dazu wurde mir noch ein Videoschnittprogramm von Pinnacle verkauft. Somit bin ich ein weiteres Stück ins digitale Zeitalter vorgedrungen. 


Der Quantensprung:

Es fühlte sich für mich an wie ein Quantensprung. Die vielen Möglichkeiten die es plötzlich gab, mit dem digitalen Schnitt. Nicht nur die Funktion, das eigentliche Video in der Videospur zu schneiden, Übergänge zu machen, sondern auch die Möglichkeit Musik zu schneiden, in der Audiospur und das bis ins kleinste Detail, wurde zu einer neuen Faszination. Da kommt nun zusammen, was zusammen gehört. Die Leidenschaft zur Musik und die Leidenschaft des Filmens, auf kreative Weise zusammen zu bringen. Einmal die Musik passend zur Szene schneiden oder die Szene passend zur Musik schneiden. Nun machte Filmen und vor allem das Filmeproduzieren so richtig Spaß.

 Auf diese Weise entstanden meine ersten Video-CDs.

Eines Tages machte in meinem Job bei einer Fortbildung eine nette Bekanntschaft und wir sind in Kontakt geblieben. Da wir aber aufgrund der Entfernung uns nicht sehen konnten und immer nur telefonierten, wurde irgendwann ein Besuch fällig. So machte ich mich an einem Osterwochenende mit meinem Auto auf den Weg in Richtung Bottrop Oberhausen. Unterwegs auf der Autobahn kam mir die Idee, ich könnte doch ein Stück der Fahrt mit meiner Kamera festhalten. Beim nächsten Rastplatz fuhr ich raus und holte meine Kamera samt Stativ aus dem Kofferraum. Das Stativ wurde mit seinen drei Beinen in den Fußraum des Beifahrersitzes geklemmt und mit einem Fahrrad-Spanner, den ich im Kofferraum gefunden hatte, unter dem Stativkopf an der Stange eingehakt und auf der anderen Seite an der Kopfstütze fixiert. Nun war die Kamera sicher befestigt. Natürlich filmte ich nicht die gesamte Strecke, sondern überwiegend, Brücken- und Straßenschilder, um zu sehen, ob die Strecke geradeaus führte oder abgebogen wurde, falls ich die Strecke später noch einmal erneut fahren würde. Ein Navigationsgerät hatte ich damals noch nicht. 

In Bottrop angekommen wurde ich herzlich empfangen und verbrachte ein sehr schönes Wochenende. Das Wetter war wunderbar und täglich schien die Sonne. Der Frühling breitete sich mit einer angenehmen Wärme aus. Eben so die Pollen für meinen Heuschnupfen. Es erblühte die Natur mit ihrem herrlichen Duft und ich durfte die Umgebung ein wenig kennenlernen und hatte all die schönen Eindrücke mit meiner Kamera festgehalten.

Wieder zu Hause hatte ich genügend Videomaterial gesammelt, um mich ausgiebig mit dem Videoschneiden zu beschäftigen. Es sollte mein erster richtiger am Computer geschnittener digitaler Film werden. Ich habe fleißig gewerkelt, Effekte ausprobiert und Musik hinzugefügt. Es vergingen Stunden der Erinnerungen, an das gerade erlebte, das nun für die Ewigkeit zu einem Film zusammengesetzt wurde und plötzlich, kurz bevor ich glaubte fertig zu werden, ist das Unerwartete passiert. Auf meinem Bildschirm meines Rechners poppte ein Fenster auf: "Leider ist ein unerwarteter Fehler aufgetreten. Die Anwendung wird geschlossen! OK"

OK? Was heißt hier OK? Nein nichts ist OK!!! 

Bei dieser Meldung wurde mir zunehmend schlecht und zugleich breitete sich Panik aus. Konnte es wirklich sein, dass ich nicht ein einziges mal auf Speichern gedrückt habe? Ist nun gleich alles weg, was ich die letzten Stunden mühevoll zusammen geschnitten habe? Es gab nur den einen Knopf "OK", der genau zu diesem Ende führte.

Das war eine sehr wichtige, aber auch emotionale Erfahrung die ich machen musste. Und natürlich gab es keinen Grund aufzugeben. Im Gegenteil. Nachdem ich realisiert hatte was geschehen war und mich von diesem Schock erholt hatte, wuchs mein Optimismus. Das Filmmaterial war ja noch da. Die Musik war noch da. Alles auf dem Rechner, nur halt nicht mehr in dem Videoschnittprogramm zusammengefügt. So wurde aufs Neue alles aufgerufen und zusammen geschnitten und mit Musik verfeinert. Und weil ich so intensiv drangearbeitet hatte, wusste ich noch in etwa, was ich zuvor gemacht hatte. Besser noch, es kamen noch ganz neue Ideen dazu, um manche Szenen anders zu gestalten. Am Ende war ich stolz und zufrieden auf das was ich geschaffen hatte. Und ab sofort wurde immer auf das rechtzeitige Speichern geachtet. Diese Lernkurve habe ich mit Bravour gemeistert.

Es folgten weitere Gelegenheiten für Filmprojekte. So wurde ich etwa zu einem Sylvester Treffen am Bodensee mit Freunden eingeladen und mitgenommen und habe dieses Treffen in bewegten Bildern festgehalten. Später gab es zu einer anderen Jahreszeit ein anderes Treffen über ein längeres Wochenende, mit teils den gleichen Akteuren. Hier bot es sich an den Film von Sylvester vorzuführen und nicht nur Lob sondern vor allem Kritiken zu sammeln. Erkenntnisse sammeln wie: "weniger ist mehr". Mal überlegen, ab wann ein Film für den Zuschauer langeilig werden kann, wenn Szenen die gezeigt werden zu lange gezeigt werden, ohne Schnitt? Klar ist es, wenn jemand dabei war, möchte er möglichst viel sehen, aber ein neutraler Zuschauer findet es irgendwann langweilig, weil er gefühlt immer das Gleiche sieht. Wieviel sollte man also kürzen, um das Wesentliche zu zeigen?

Hierbei gab es sehr viel an Ansichten und Einsichten zu entdecken und zu lernen und mit jedem neuen Video konnte ich mehr Erfahrungen sammeln. Auch der Umgang mit der Kamera und dem Videoschnittprogramm wurde immer besser.

Aber irgendwann ist die Luft raus. Nachdem ich mich mit dem Filmen und dem digitalen Videoschnitt, meiner eigenen Filme beschäftigt hatte und stolzer Besitzer einer tollen Videokamera war, und auch die Möglichkeiten hatte der digitalen Videobearbeitung, fehlten mir einfach sinnvolle Filmprojekte, um dieser kreativen Leidenschaft freien Lauf zulassen. Ich hatte mein leidenschaftliches Hobby für mich gefunden, konnte aber damit nix oder nicht viel anfangen… bis zum nächsten Lebensabschnitt.

Mein leidenschaftliches Hobby:

Mein neuer Lebensabschnitt führte mich in die Reiterszene. Meine neue Freundin hatte ein eigenes Pferd auf einem Reiterhof und ich liebte es mit dort hin zu gehen. Es war für mich eine Art Wohlgefühl. Es tat gut und es hatte was Beruhigendes in der Natur zu sein, zwischen den Koppeln und Felder und den Pferden. Es war eine Art Entschleunigung. Einmal Dorfkind, immer Dorfkind. Und so kam ich eines Tages dazu, mein Hobby mit dem Filmen und dem Reiten zu kombinieren. Nein - ich habe mich nicht aufs Pferd gesetzt. Aber es wurde ein Reitlehrgang für ein Wochenende geplant und ich hatte spontan die Kamera mit Stativ eingepackt. Ich fand es spannend ein paar Aufnahmen zu machen, während des Zuschauens in der Reithalle und dem Reitplatz. Endlich mal ein paar bewegte Motive einfangen. Später hatte ich die Aufnahmen zusammen geschnitten und mit Musik vertont. So hatte jeder etwas davon. Ich meinen Spaß beim Filmen und Schneiden und die Teilnehmer eine schöne Erinnerung als Video-CD.

Das mit dem Filmen gefiel, so dass ich immer öfter gefragt wurde, Reitstunden zu filmen. Beim Filmen fand ich es toll, möglichst geschmeidig die Bewegungen durch das Viereck zu Zoomen und dem Reiten zu folgen. Noch mehr Spaß machte das allerdings, als ich mir ein neues professionelleres Stativ und gleich dazu eine Remote-Fernbedienung für den Zoom anschaffte, denn meine tolle Kamera hatte dafür bereits eine Remote-Anschlussbuchse, woran mir langsam bewusst wurde, was ich alles an diesem Camcorder hatte. Mit dem neuen Stativ und der Fernbedienung wurde das Zoomen und Schwenken viel eleganter.

Die Anfragen zum Filmen häuften sich und sogar eine Reitlehrerin fand das mit den Videos so toll, dass sie mich zu dem einen oder anderen Reitunterricht mitgenommen hat. Ich wurde quasi dazu gebucht. Und dann kam der erste Großauftrag mit einer ganzen Reitergruppe an einem Sonntagmorgen. Doch hier kam ich mit meinen Aufnahmen und dem PC qualitativ an meine technischen Grenzen. Weil in der Reithalle die Lichtverhältnisse sehr ungünstig waren, wurden die Aufnahmen als Video-CD sehr schlecht. Das war mir beim Filmen noch nicht bewusst, auch nicht beim Schneiden. Erst als die erst Video-CD der Reitergruppe fertig war und ich mir diese am Fernseher anschaute, war die Bildqualität soweit herunter gekommen, dass dort, wo der Konturen um die Personen zu sehen sein sollten, wie eine seltsame Aura zu sehen war. Nein - so konnte ich die Videos nicht abliefern. Da musste was geschehen. Die Lösung war ein besseres Medium zu verwenden. Also keine Video-CD sondern eine DVD zu erstellen. Nach fachmännischem Rat eines Freundes fuhren wir in einen der bekannten Elektronikmärkte und ich kaufte einen neuen Computer mit DVD-Brenner. Es reichte aber nur für einen Standardrechner, aber dieser war für meine Zweck ausreichend. Nun konnte ich endlich meine Filmen als DVD erstellen und brennen. Und tatsächlich waren die Filme der Gruppen-Reitsunde sehr anschaulich, Dank der deutlich besseren Bildqualität. Ab sofort gab es nur noch DVDs. Auch ein neuer Drucker kam dazu, der extra einen Schlitten hatte, mit dem man DVDs und CDs bedrucken konnte, die bereists eine Papierbeschichtung für das Label hatten. Nun sahen auch die Scheiben richtig professionell aus.

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Es gab weitere Anfragen zum Filmen in der Reiterszene, nicht nur aus dem Freundeskreis und so habe ich mich dafür entschieden, nach ausführlicher Beratung aus dem Freundeskreis, das Filmen 2005 gewerblich zu machen. Und so habe ich mein Motto fürs Internet zur Domain gemacht: Ich filme deinen-eigenen-Film. Seit dem findet man mich im Internet unter: deineigenerfilm.de

Mit den Einnahmen fürs Filmen, habe ich Stück für Stück mein Video-Equipment erweitert. Es gab und gibt immer wieder etwas das man gebrauchen kann, z.B. ein Zoommikrofon für den besseren Ton, eine Aufstecklampe und vieles mehr. Dann kaufte ich noch eine neue Schnittsoftware von Adobe, weil die neuere Version meiner bisherigen Software irgendwie nicht mit dem neuen Rechner harmonierte. Wahnsinn, endlos viel Audio- und Videospuren und noch mehr Effekte hatte ich nun.
Aber am wichtigsten war das Sparen für eine neue, zusätzliche Videokamera. Das Verlangen nach einem weiteren Blickwinken wurde immer größer. Mit mehr Erfahrung und dieses Mal mit richtiger fachmännischer Beratung im Fachgeschäft meines Vertrauens, habe ich mir eines Tages die Canon XM2 zugelegt: Mein erster Henkelmann - ein kleiner Profi. Da kam es nicht mehr auf die Größe an, sondern auf Qualität. Alles ordentlich verarbeitet. Kein Knirschen und Knacken am Kunststoffgehäuse. Und als dann noch eine Werbeschrift auf mein Auto kam, wurde ich auch direkt für ein erstes Hochzeitvideo außerhalb meines Bekanntenkreises angesprochen. Alleine dafür hatte es sich die Werbung auf dem Auto gelohnt.

Ab jetzt ging es richtig los. Es folgte eine Hochzeit nach der anderen. Mal wurde ich im Internet gefunden und mal weiterempfohlen. Es gab Bekanntschaften und Kooperationen mit Musikern und DJs. Die waren und sind besonders wichtig, dann für einen guten Film benötigt man den besten Ton. Also am Besten vom Mischpult beim DJ oder Musiker den Ton abzapfen. Und mit jedem Hochzeitsvideo-Projekt habe ich dazu gelernt. Es findet sich immer wieder ein Thema das zum Fokus wird auf etwas, das einem plötzlich wichtig erscheint, um noch besser zu werden. So ist auch mein Video-Equipment stetig weiter gewachsen und wurde immer professioneller.


Der nächste Quantensprung:

Es kam und ging ein weiterer Lebensabschnitt. Nun hatte ich wieder einmal Zeit für mich ganz alleine und habe meine Leidenschaft mit dem Filmen noch intensiver ausgelebt und mir einen weiteren Traum erfüllt. Der Traum von einem leistungsstarken Videoschnittcomputer mit zweitem Bildschirm, neue professionellere Schnittsoftware und dem ShuttlePro mit dem Scroll-Rad für präzises arbeiten auf der Timeline in der Videospur. Die Zeit war reif für diesen Schritt. Ich bin dazu extra persönlich die lange Strecke mit dem Auto zum Abholen meines neune Equipments gefahren und bekam noch eine kurze Einweisung in das perfekte neue System. Endlich konnte ich das Videobild in voller Größe, während dem Schneiden auf einem Zweiten Monitor, ohne Verzögerung in Echtzeit anzeigen lassen. Dafür konnte ich die Timeline auf dem anderen Bildschirm ebenfalls größer ziehen. Und natürlich die gesamte Bearbeitung und das Rendern, war um einiges schneller und effizienter. Ein absoluter Quantensprung meiner Filmkarriere.

Irgendwann war es auch an der Zeit von 4:3 SD auf 16:9 HD Bildformat mit neuen HD-Videokameras umzusteigen, um so nicht nur DVDs, sondern auch Blu-ray Discs mit gestochen scharfen Aufnahmen machen zu können. Neben Hochzeiten habe ich unter anderem auch Geburtstags- und Hochzeitsüberraschungsvideos gemacht, Live-Events gefilmt, Goldene Hochzeiten und Taufen, sowie Krippenspiele gefilmt. Ebenfalls zu erwähnen sind die Aufzeichnungen der Fastnachtssitzungen und Chorkonzerte der ortsansässigen Vereine. Eine besonders spannende Erfahrung ist es wenn man nicht genau weiß, was aus manchen Aufnahmen am Ende wird. Oft sind es Momentaufnahmen oder auch mal Spontanität von der Idee bis zum fertigen Film: Es gibt so viel zu entdecken. Echt spannend.

Schlossgrabenfest Darmstadt

Eine ganz neue und andere Erfahrung habe ich beim Schlossgrabenfest in Darmstadt gemacht. Ich bin schon viele Jahre zuvor gerne dort hingegangen, zum mittlerweile größten Open-Air-Musikfestival in Hessen. Ich liebe Livemusik. Als Kameramann bin ich 2010 zu einem Videoteam hinzugestoßen. Bereits ein Jahr zuvor hatte es mich fasziniert, als ich dort unterhalb der großen Bühne jemanden mit einer Videokamera gesehen habe. Und was er gefilmt hatte, war auf dem großen Videoboard, neben der Bühne zu sehen. Das fand ich echt cool!!! Das würde ich auch gerne machen. Und bereits ein Jahr später stand ich plötzlich selber genau dort an dieser Bühne und habe die Stars und Sternchen mit meiner Videokamera aufs Videoboard gebracht. Bis heute macht das einen riesigen Spaß. Ich freue mich jedes Jahr darauf: Livemusik und Filmen. Noch eine Leidenschaft die für mich perfekt vereint wird.


Ein weiterer Quantensprung:

Nach 15 Jahren mit ein und dem selben Videoschnittcomputer und mehreren Generationen an Betriebssystemen wurde es Zeit dieses Gerät in Rente zu schicken. Gemeinsame Höhen und Tiefen haben wir erlebt, mal wurde was repariert, mal optimiert und stets war der Rechner ein treuer Begleiter. 

Nun war es Zeit für etwas neues und zweitgemäßes. Auch dieses Mal wieder wohl bedacht was es werden sollte. Ein leistungsstarkes Gerät, ein Tower mit leisen Lüftern, viel Power und hohe Datensicherheit. Eine Grafikkarte für beste Beschleunigung, zwei neue, identische, farbgetreue Monitore, ein spezielles Keyboard, die neuste Software, eingebaute Blu-ray Brenner. Mit anderen Worten einen ganz neuen Schnittplatz für die Bearbeitung von Filmen.

Und tatsächlich ein enormer Quantensprung. Nicht nur die neuen Funktionen im neuen Schnittprogramm. Ganz besonders die Power, wenn es darum geht einen Film zu rendern. Die unzähligen Stunden der Vergangenheit, die es brauchte, um einen ordentlichen Film auf Blu-ray zu bringen, haben sich enorm reduziert. Aus 8-10 Stunden sind es heute 1-2 Stunden oder nur Minuten, bis zum gewünschten Ergebnis. Wieder eine Investition für die Zukunft die sich gelohnt hat.


Und nun zurück in die Zukunft.
Das war eine Reise durch meine Zeit. Schön, dass du dir deine Zeit dafür genommen hast.


Vielen Dank.